Hallohalloo :)
Ich bin wieder zurück in Alamosa und muss euch natürlich von meinem Trip nach Chicago erzählen. Nach einer vierstündigen, verschneiten, nebeligen Fahrt sind Kaytee und ich am letzten Mittwoch endlich am Flughafen in Denver angekommen. Schon auf der Fahrt erfuhren wir, dass unser Flug Verspätung haben wird, wegen den schlechten Wetterverhältnissen sowohl in Denver, als auch in Chicago. Nachdem wir unser Gepäck abgegeben hatten, haben wir besorgt festgestellt, dass alle Flüge von Denver nach Chicago-Midway storniert wurden. An diesem Zeitpunkt fing bei uns das Hoffen an, dass unser Flug nur mit einer Verspätung davon kommen würde.
Nach drei Stunden braven Warten konnten wir dann in unseren Flieger ins 2-Stunden entfernte Chicago betreten. :) Glück gehabt!
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| "kleine Regenpfütze" :-P |
Als wir am Flughafen ankamen hat uns Kaytees Freundin vom Flughafen abgeholt und uns glücklicherweise den strömenden Regen, der uns in Chicago erwartete, damit erspart. Unseren ganzen Chicago-Trip konnten wir mit Kaytees alter Organisation, in einem großen Apartment im Westen der Stadt wohnen. Im Apartment wohnen 13 Leute, alles Freiwillige für eine Obdachlosenaufnahme und einen Suppenküche. Wir wurden total nett empfangen und haben mit interessanten Gesprächen unseren Abend ausklingen lassen.
Unseren Donnerstagmorgen haben wir entspannt verbracht und sind dann zusammen mit zwei Mitarbeiterinnen und Freundinnen von Kaytees alter Organisation Mittagessen gegangen. Danach sind wir ein bisschen durch die Gegend/Nachbarschaft gebummelt.
Gegen Nachmittag kamen wir zurück zum Apartment. Nach einem kurzen Nap haben wir uns zusammen mit zwei Freiwilligen auf den Weg zur Obdachlosenaufnahme (Kaytees alter Arbeitsplatz) gemacht. Und ich muss sagen, es ist total anders als in Alamosa. Im Gegensatz zu Familienzimmer und gemütlichen Speisesaal, schlafen in Chicago 150 Menschen in einem Raum, Bett an Bett aneinandergereiht. Keiner hat Privatsphäre und gegessen wird im Stehen. Für mich war es schon ein kleiner Schock, aber es ist nun mal Großstadt, da gibts viel mehr Obdachlose als in meinem 9000 Einwohner-Alamosa.

Nach zwei Stunden bin ich mit zwei Mitbewohnern nach Hause gefahren und Kaytee ist noch ein bisschen länger geblieben, um mit ihren bekannten Gästen zu quatschen. Bis Kaytee zurückkam bin ich mit Jonas und Patrick (wuhuu zwei deutsche Freiwillige) ein bisschen durch die Nachbarschaft gelaufen und wir wurden von einem hinterlistigen Regenschauer heimgesucht. (Ich hab Regen soo vermisst!). Als wir zurückkamen waren wir natürlich patschnass und ich hab mich mal wieder ein bisschen erkältet.

Freitags haben wir erst Mal schön ausgeschlummert (ja, sogar ich konnte länger als acht Uhr schlafen ;) ) und sind nach dem Aufstehen haben wir uns zusammen ein bisschen durch die Nachbarschaft gelaufen und sind schließlich im "Bongo Room" zum Brunchen gelandet.*Jamjamjam* Pfannkuchen, gefülltes Croissant und Früchte. :) Nach diesem wundervollen Frühstück haben wir uns ein bisschen mehr mit den Geschäften und Shoppen beschäftigt, wo ich auch schon ziemlich erfolgreich war.
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| Karin, Kaytee und ich beim Mexikaner :) |
Abends hatten wir dann auch schon unsere nächste Verabredung mit einer ganz wunderbaren Frau: Karin. Karin war als Kaytee letztes Jahr dort gearbeitet hat die Sekretärin der Organisation und ist eine gute Freundin von Kaytee. Unsere Verabredung sollte in einem typisch mexikanischen Restaurant stattfinden und wir gingen einen schönen langen Spaziergang dorthin. Karin hat für uns drei eine Kanne "Magaritas" bestellt und da sie bestellt hat wurde ich auch nicht nach meinen Ausweis gefragt und konnte in der Öffentlichkeit trinken. ;) Die Magaritas und natürlich auch das Essen waren köstlich. Habe den Abend sehr genossen. Nach unserem Magarita-Abend bin ich dann doch leicht angetüdelt ins Bettchen gefallen und konnte sogar ausschlafen.
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Unsere Verewigung auf dem Stuhl 'Kaytee + Jana 2013' |
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| Deep Dish Pizza :) |
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Kaytee und ich im "Gino's East', im Hintergrund vollgeschriebene Wände :) |
Dann hatten wir auch schon den dritten Tag angebrochen und es war Zeit für uns endlich berühmte Downtown Chicagos zu erkunden. Ich wusste gar nicht wo ich zuerst hinschauen sollte. Überall sind Hochhäuser und meine "Ich habe das Stadtleben vermisst"-Gefühle kamen auf. Nach ein bisschen Rumschauen und bummeln gingen wir zu "Gino's East". Ein Restaurant mit "Chicagos bester Deep-Dish-Pizza". Ich wusste ja nicht genau, was mich erwartet, aber das einen ein Stück Pizza so satt machen kann, hätte ich nie gedacht. ;) Insgesamt ist "Gino's East" sehr eigen gestaltet, es ist ein abgedunkeltes Restaurant mit lauter neuer Musik und überall an den Wänden ist alles vollgeschrieben. So gut wieder jeder hat und darf sich auf den Wänden verewigt. Da konnten Kaytee und ich natürlich nicht 'nein' sagen und haben unsere Namen auf einem Stuhl niedergeschrieben. :P
Vollgemampft bis oben hin haben wir dann unsere Stadttour weitergeführt. Der erste große Sightseeing-Stop führte uns zum Millennium Park in der Mitte der Stadt, wo die weltberühmte riesige Bohne aus Stahl steht. Was ich an diesem "Kunstwerk" wunderschön finde ist, dass das Wetter und die Hochhäuser sich in ihr spiegeln. Natürlich war der Platz voller Touristen, aber es hat trotzdem Spaß gemacht.
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| Kaytee und ich vor der Riesenbohne |
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| :) |
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| Ich vor einer der beiden Wasserwände :) |
Ziemlich nah neben der Riesenbohne kann man große "Wasserwände" finden, auf denen immer verschiedene Gesichter von Bewohnern aus Chicago gezeigt werden. Kaytee hat mir erzählt, dass im Sommer der ganze Platz um die Wände herum voll mit Wasser ist, also wie ein kleiner See im Park, aber dafür war es leider noch zu kalt (wie man auf den Fotos sehen kann).
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| Kaytee und ich vor der Skyline :) |
Auf unserem Weg zum Planetarium kamen wir am "Buckingham Memorial" Brunnen vorbei, der aber leider wegen dem kalten Wetter noch ausgeschaltet war. Aber ich glaube, er ist echt sehenswert im Sommer. An dem riesigen Platz haben wir uns einen schönen Platz im Sonnenschein gesucht und uns ein bisschen vom vielen Laufen erholt. Doch nach dem Kreischen der Möwen zu urteilen, kamen wir "Lake Michigan" immer näher. Und nach unseren kleinen Pause kamen wir auch kurz darauf an der Promenade an. :) Es war wunderbar, zwar ein bisschen frisch, aber eine sehr tolle Aussicht auf den See. Nach einem langen Spaziergang an der Promenade entlang kamen wir endlich am Planetarium an. Von dort aus kann man perfekt auf die Skyline von Chicago schauen und es war wunderschön.
Nach einem kleinen Zwischenstopp im Apartment ging es für uns auch schon weiter, dieses Mal mit Jonas (dem deutschen Freiwilligen) im Gepäck ging es für uns nach Nord-Chicago, wo Alyssa's (Freiwillige von La Puente) Schwester wohnt. Sie hatte uns in ihre Wohnung eingeladen und was auch sonst, sie war supernett und offen. So haben wir vier entspannt unseren Abend mit eins, zwei Bierchen ausklingen lassen. War echt schön sie kennenzulernen, vor allem weil sie Alyssa im Juni in Alamosa besuchen kommt. :)
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| wunderschöne Skyline bei Nacht :) |
Unseren Sonntagmorgen habe ich mit einem kleinen Kater verbracht. :-P Muss auch mal sein. Nachmittags haben wir uns dann nochmal mit Karin bei ihr zu Hause getroffen und zusammen Kaffee getrunken. War ein sehr netter Nachmittag mit vielen Lachern. :) War schön sie nochmal vor unserem Flug nach Hause gesehen zu haben. Abends hat uns Jonas angeboten uns mit dem Auto nochmal zum Planetarium zu fahren, dass wir die Skyline nochmal nachts betrachten konnten. Hat mir noch besser gefallen als tagsüber, all die Lichter und der See, die Möwen und es war ausnahmsweise warm. :) Haben bestimmt dort länger als eine Stunde verbracht und viele Fotos gemacht. Danach sind wir noch mit dem Auto ein bisschen durch Chicago gefahren und Chicago ist so schön ! =)
Montag war dann leider schon unser letzter Tag und den haben wir direkt mal um acht Uhr mit einem Frühstück mit Kaytees Freundin Molly gestartet. War zwar lecker, aber viel zu früh, war ja nach drei Tagen gar nicht mehr gewohnt so früh aufzustehen. :-P
Aber Zeit zum Ausruhen hatten wir nicht, denn um neun stand auch schon die nächste alte Freundin von Kaytee vor der Tür. Sie hat vor zwei Monaten ein Baby bekommen und wollte ihn Kaytee unbedingt zeigen. *so süß* :) Aber das der Besuch zweieinhalb Stunden dauert hätten Kaytee und ich beide nicht gedacht. So mussten wir uns nach dem Besuch mit Packen und Aufräumen ziemlich beeilen, da wir um 2 Uhr am Flughafen sein wollten.
Nach einer sehr turbulenten Taxifahrt kamen wir schließlich am Flughafen rechtzeitig an. Kaytee nannte den Fahrstils des Taxifahrers "Chicago-Style", schön und gut, aber der "japanische-nicht-blinkende-ständig-überholende-singende-hupende-viel-zu-schnell-fahrende-Taxifahrer war mir doch ein bisschen suspekt. :D
Dann ging es für uns leider auch schon nach Hause, wir wären so gerne länger geblieben und wir hatten lange noch nicht alles gesehen.
Am Denver Flughafen erwartete uns dann auch schon wieder Schneeregen und Gott-sei-Dank konnte Alyssa uns vom Flughafen abholen (ja, sie ist extra vier Stunden nach Denver gefahren, um uns abzuholen). Auf unserer Fahrt nach Hause hab ich es mir auf der Rückbank bequem gemacht und Kaytee ist nach Hause gefahren, zum Glück. Reisen macht mich immer so müde. ;)
Am Dienstag hat mich als ich morgens um 8 im Milagros stand, der Alltag auch schon wieder eingeholt. Und ich muss sagen, die Pause hat so gut getan. Mit den Kindern arbeiten wir im Moment an einer Pantomimen-Zirkusvorstellung, die wir dann auch im Mai vor Publikum vorführen. Wir haben Löwen, Geparden, Clowns, Seilläufer und starke Männer. Es ist auf jeden Fall sehr amüsant die Kinder anzuschauen.
Am Mittwochabend ist dann Ulli, mein Onkel, in Alamosa angekommen und wir haben uns zusammen zum Abendessen verabredet. Währenddessen haben wir unser Wochenende geplant und morgen um 9 holt er mich ab und wir fahren zusammen in Richtung Colorado Springs. Bin also schon wieder unterwegs. :)
Ich hoffe euch geht es gut und ihr habt ein gutes Wochenende. :)